Was braucht mein Kaninchen für die Erstausstattung?
- 2 Näpfe (Wasser und Futter)
- Heuraufe
- Rückzugsort (Häuschen, Höhle, Käfig, Stall etc.)
- Kaninchentoilette (große Ecktoilette oder Katzenklo)
- gutes Heu, frische Äste/Zweige
- getreidefreies Strukturmüsli und frisches Futter oder nur Frischfutter
- frisches Wasser
- 2 m² pro Tier Auslauf
- liebevolle verantwortungsbewusste Menschen
-Transportbox
Kastration
bei Rammlern:
Rammler sind circa ab der 12. Woche geschlechtsreif. Wichtig bei der Kastration ist es, dass es früh genug gemacht wird. Zwischen der 10. und 12.ten Lebenswoche am
besten, wenn die Hoden schon gut zu sehen sind. Wenn eine Kastration zu spät erfolgt, sind schon Spermien in den Hoden und können trotz Kastration noch 6 Wochen fruchtbar sein. Wenn man ein
Pärchen von einem Rammler und einer Häsin hat wäre es sehr schade, da beide für 6 Wochen getrennt werden müssten. Wenn man 2 Rammler hält ist eine Frühkastration auch sehr empfehlenswert, da
frühkastrierte Rammler erst garnicht in die Hormonumstellung kommen und in der Regel sehr lieb bleiben und sehr verträglich mit anderen Kaninchen sind. Da sich 2 Rammler auf Dauer auch nicht
lange verstehen werden und schlimme Kämpfe nach dem Einsetzen der Geschlechtsreife stattfinden können, ist eine Frühkastration auch notwendig.
Was die Kosten für eine Kastration betrifft liegen die Kosten zwischen 40-90 Euro. Daher lohnt es sich Preise telefonisch zu erfragen und zu vergleichen. Nicht jeder
Tierarzt macht eine Frühkastration, einige raten sogar davon ab, jedoch lassen Sie sich bitte nicht davon beirren, wir machen das seit Ewigkeiten schon und es ist noch nie was passiert.
Jeder gute Tierarzt sollte im Stande sein, diesen Routineeingriff zwischen der 10.-12. Woche durchzuführen. Deswegen da auch ganz wichtig, nachzufragen, ob der gefundene Tierarzt auch eine
Frühkastration durchführt. Tierärzte die unter der 10. Woche schon kastrieren wollen sind nur auf Gewinn aus. Davon sollte man die Finger lassen.
bei Häsinnen:
Häsinnen sind circa ab der 14. Woche geschlechtsreif. Häsinnen können auch kastriert werden. Bei besonders dominaten oder zickigen Häsinnen wird es auch häufiger
gemacht oder aus gesundheitlichen Gründen. Jedoch ist eine Kastration bei Häsinnen kostenintensiver und aufwendiger und mit einem höheren Risiko verbunden, als vergleichsweise der Routineeingriff
beim Rammler.
Vergesellschaftung (wer mit wem?)
Am einfachsten und am schönsten ist immer eine Gruppe von Kaninchen. Kaninchen sind Rudeltiere und vereinsamen sehr schnell. Wenn sie alleine gehalten werden sind
sie zwar menschenbezogener und viele vergleichen sie sogar mit einem Hund, allerdings ist es in mehreren Studien bewiesen worden, dass Kaninchen nur im Rudel oder mindestens zu zweit wirklich
glücklich sind. Wenn Sie sich vorstellen, Sie leben ganz alleine, haben keine Freunde und Familie, sehen nie andere Menschen und nur paar mal am Tag kommt ein Vogel vorbei, dann freunden Sie sich
auch irgendwann mit ihm an auch wenn Sie nicht die gleiche Sprache sprechen und bauen Vertrauen oder sogar Zuneigung auf. Glücklich sind Sie aber dadurch nicht. Deshalb ist es ganz wichtig
Kaninchen nie alleine zu halten. Auch Meerschweinchen oder Hamster sind nicht artgerecht, da sie nicht die selbe Sprache sprechen.
2 Rammler verstehen sich super, jedoch nur wenn sie früh kastriert werden. 2 Häsinnen geht in den meisten Fällen nicht gut und es führt manchmal zu schlimmen Kämpfen
bis hin zum Tod, wenn nicht wenigstens ein Kastrat, der Ruhe in die Gruppe bringt, dabei ist. Gerne werden Pärchen von 1 Häsin und 1 Rammler gehalten. In dem Fall muss nur der Rammler früh
kastriert werden, dann können sie direkt nach der Kastration wieder zusammen gehalten werden.
Eine ganze Kaninchengruppe ist auch super, wenn immer einige Kastraten dazwischen sind und nicht nur Häsinnen zusammen gehalten werden.
Ein junges Kaninchen sollte man aber nicht zu einem älteren setzen. Unter der 16. Woche ist die Haut noch sehr dünn und das ältere könnte es schwer verletzen.
Deswegen solle der Altersunterschied nicht mehr als 3 Wochen betragen, wenn beide unter 16. Wochen alt sind. Nach der 16. Woche ist die Haut dick genug und sie können dann auch mit älteren
Kaninchen vergesellschaftet werden. Allerdings ist es unratsam ein 16. Wochen altes Kaninchen zu einem 8-jährigen zu setzen. Die Interessen sind vermutlich ziemlich verschieden und das alte
Kaninchen wird auf so ein wildes Jungtier vermutlich keine Lust haben. Deswegen sollte man da auch ungefähr im selben Alter bleiben (+/- 1 bis 2 Jahre).
der richtige Umgang
Kaninchen sind keine Kuscheltiere. Gerade bei kleinen Kindern werden sie oft als "Spielzeug" oder Geburtstags-, Weihnachts- oder Ostergeschenk verschenkt und werden
in den ersten Tagen teilweise regelrecht zu Tode gekuschelt. Bitte sprechen Sie mit Ihren Kindern und zeigen Sie ihnen den richtigen Umgang mit einem Kaninchen. Um ein Kaninchen handzahm zu
machen und es schnell an neue Personen zu gewöhnen muss man es in den ersten Tagen erstmal nur beobachten und nur wenn es freiwillig kommt sollte es erst gestreichelt werden. Viel mit der Hand
füttern und im Nu ist Ihr Kaninchen Ihr bester Freund und wird gerne zu Ihnen kommen und auch mal zusammen mit Ihnen fernsehen :) Gerade am Anfang bewirkt das ständige auf den Arm nehmen genau
das Gegenteil. Lassen Sie also gerade einem Baby etwas Zeit, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.
Babys bekommen
So süß und niedlich kleine Babykaninchen auch sind, bitte versuchen Sie keine Experimente. Gerade bei Kaninchen hat es fatale Folgen, wenn man keine Kenntnisse über
die Genetik hat. Es gibt so Vieles was man als „Laie“ falsch machen kann. Beispielsweise dürfen keine Schecken (gepunktete, gefleckte) miteinander verpaart werden, da ansonsten letale Babys zur
Welt kommen könnten oder es stirbt die Mutter oder auch die Jungtiere oder es werden behinderte Jungtiere geboren. Diesen Anblick sollte man sich, wenn man kein Fachwissen über
die Verpaarung und Genetik hat sparen. Die Farben und Abstammungen spielen eine große Rolle und ohne Fachwissen sollte man die Finger davon lassen. Es wäre verantwortungslos solche Versuche
zu unternehmen. Wenn Sie unbedingt Babys aufwachsen sehen wollen gibt es auch andere Möglichkeiten wie zum Beispiel im Tierheim werden auch immer mal wieder trächtige Häsinnen abgegeben. Diese
würden sich freuen wenn sie ein schönes neues Zuhause finden würden.
Sollten Sie mit dem Gedanken spielen selbst einmal eine gewerbliche Zucht oder Hobbyzucht aufzubauen, investieren Sie bitte erst einige Monate um das Fachwissen sich
anzueignen und mehrere Bücher über Genetik und Haltung zu lesen oder Seminare zu besuchen. Falls Sie auf Gewinn aus sind bedenken Sie, dass eine Kaninchenhobbyzucht keinen Gewinn einbringt.
Mehrere Gehege deren ständige Ausbesserung und Reparatur, Impfungen, Kastrationen und gutes Futter kosten sehr viel Geld, sodass nichts für einen übrig bleibt und in dieses „Hobby“ mehr
investiert wird an Zeit und Geld, als man an Gewinn macht. Eine gewerbliche Zucht ab 30 Zuchttieren bringt Gewinn ein jedoch nur, wenn die Tiere schlechtes Futter, kleine Zuchtboxen und ein
Wurf nach dem anderen das ganze Jahr über kriegen. Dies lehnen wir ab. Jeder der ein Herz für Tiere hat, sollte seinen Tieren nicht solche Umstände zumuten. Auf Dauer werden diese Tiere
auch krank.