Optimal für Kaninchen ist die getreidefreie Ernährung. Außer für den Anfang ein paar Haferflocken –die auch glutenfrei sind- für die Babys sollte komplett auf Getreide verzichtet werden. Getreide verklebt den Magen und ist ungesund. Frischfutter oder auch getreidefreies Strukturmüsli und vor allem gutes Heu sorgen für die Gesundheit der Kaninchen.
Es spricht nichts dagegen nur Frischfutter zu füttern, jedoch sollte man versuchen abwechslungsreich zu füttern und mindestens 5 verschiedene Gemüsesorten am Tag zu
füttern um Mangelerscheinungen zu vermeiden. Frischfutter sollte aus einer Mischung von Gemüse, Kräutern und Obst bestehen. Obst sollte in kleineren Mengen verfüttert werden da es teilweise sehr
viel Zucker enthält. Bei Gemüse sind vor allem Fenchel (sehr gut für den Magen, gerade bei empfindlichen Babymägen empfehlenswert), Mören und Salat für den Anfang unbedenklich. Küchenkräuter
(Petersilie, Dill, etc.) sind auch sehr beliebt und werden gerne gefressen. Löwenzahn wird ebenfalls gerne gefressen und gut vertragen. Im Sommer kann auch mal gegen die Hitze ein paar Erdbeeren
oder ein Stückchen Wassermelone angeboten werden.
Nach und nach kann man immer mehr neue Obst und Gemüsesorten ausprobieren. Aber Achtung! Nicht jedes Obst und Gemüse darf verfüttert werden. Eine genaue
Auflistung finden Sie wenn Sie auf den unten stehenden Link (Obst und Gemüse) klicken.
Ersatzweise gibt es mittlerweile sehr gutes getreidefreies Strukturmüsli. Wichtig ist, dass es nicht zu viel Melasse enthält und viele getrocknete Kräuter und Gemüse
enthält. Gerade im Winter ist getrocknetes Gemüse und Kräuter ein guter Energielieferant bei eiskalten Nächten.
Gutes Heu (nicht das gepresste aus dem Supermarkt) für genügend rohfaserreiches Futter und frische Zweige bevorzugt von Obstbäumen für den Nagetrieb sind auch
wichtig. Kaninchen haben einen Stopfmagen und müssen immer Nachschub haben, damit die Verdauung nicht ins Stocken gerät und es zu Aufgasungen bis hin zum Tod kommt, da Kaninchen nicht pupsen oder
röpsen noch erbrechen können um das Gas loszuwerden. Die Zähne von Kaninchen wachsen ein Leben lang und dem Kaninchen muss immer eine Möglichkeit geboten werden sie abzunutzen. Dies erreichen sie
nur durch Kauen. Denn nur der eigene Zahnschmelz ist hart genug um die Zähne beim Kauen gegenseitig abzunutzen. Deswegen ist Futter mit einem hohen Rohfaseranteil sehr wichtig damit oft und viel
gekaut wird. Ebenfalls ist der Calciumanteil dort hoch genug. Deswegen sollte Heu auch das Hauptnahrungsmittel für Kaninchen sein. Kohlenhydrathaltiges Futter macht schnell satt, was dazu führt,
dass weniger gekaut und gefressen wird und es enthält mehr Phosphor als Calcium und kann auf Dauer zu Zahnfehlstellung führen oder Knochenabbau, durch das fehlende Calcium was sich der Körper aus
den Knochen zieht, was die Zähne zum Kippen bringt und auf Dauer eine Fehlstellung verursacht.
Heu ist nicht gleich Heu! Es gibt große Unterschiede. Am besten eignet sich ein Mix-Heu vom 1. und 2. Schnitt. Mehr Infos dazu unter dem unten stehenden Link
(Heu)
Zu guter Letzt: Wasser
Wasser sollte in einem Napf angeboten werden und täglich gewechselt werden. Gerade Jungtiere sitzen gerne in ihren Näpfen und tragen dadurch viel Dreck und Bakterien
in ihr Futter oder Wasser. Am besten stellt man einen stabilen Keramiknapf etwas erhöht auf einen Stein oder Häusschen damit der Dreck vom Boden nicht im Futter oder Trinkwasser landet.
Trinkflaschen sind ungeeignet. Für Kaninchen ist es eine unnatürliche Haltung und auch sehr ungesund für den Nacken und vor allem
braucht ein Kaninchen eine Ewigkeit um die Menge zu erreichen das es braucht wenn es nur tröpfchenweise herauskommt. Außerdem sind Trinkflaschen schwer zu reinigen und es sammeln sich häufig
Bakterien (Biofilm) in der Trinkflasche an.
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